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Neurofeedback?
Categories: Neurofeedback

Abstract sphere

Was ist das eigentlich, dieses Neurofeedback? Es gibt verschiedene Arten und Systeme für Neurofeedback. Viel Unterschied besteht in der Wirkungsweise der diversen Systeme nicht. Bei Neurofeedback sitzt der Klient vor einem Monitor, auf dem ein Computerspiel läuft. Dieser Monitor ist mit dem Computer des Therapeuten verbunden. Auf dem Kopf des Klienten werden Elektroden mittels einer Haftpaste platziert. Die Elektroden leiten die Gehirnwellen über ein Amplifikationsgerät an das Neurofeedback- Programm des Therapeuten weiter. Diese Gehirnwellen werden grafisch dargestellt (EEG) und vom Programm analysiert. Diese Analyse gibt dem Therapeuten Aufschluss über den derzeitigen Wachheitsgrad und die Aufmerksamkeit des Klienten. Auch Krampfanfälle können gesehen werden. Der Patient steuert das Spiel im Prinzip über seine Gehirnwellen. Das bedeutet, dass wenn z.B. der Aufmerksamkeitsgrad des Klienten abnimmt, seine Gehirnwellen die entsprechende Information an das Programm senden, welches wiederum das Spiel moduliert. Kurz: Sobald das Gerät sogenannte unpassende Gehirnwellen registriert, bekommt der Klient ein visuelles (Sehsinn) und auditives (Hörsinn) Feedback. Der Bildschirm wird dunkel, die Musik leiser und Frequenzen in den einzelnen Bildsequenzen ändern sich. Das Spiel geht erst dann ungestört weiter, wenn der Klient seine Aufmerksamkeit wieder erlangt. Bildlich gesprochen sieht er, wie sein Gehirn gerade funktioniert und was er tun muss, damit es wieder gut weitergeht. Es ist im Prinzip eine Konditionierung von Gehirnarealen. Der Therapeut kann weitere Belohnungsfrequenzen einstellen. Viele Klienten fühlen bei Veränderung der Belohnungsfrequenzen sofort eine Änderung in ihrem körperlichen und emotionalen Befinden. So ist in der Initialstunde eine enge Kommunikation mit dem Therapeuten notwendig, um die “richtige” Frequenz zu finden, bei dem sich der Klient wach und zufrieden fühlt. Sie können sich vorstellen, dass auch das Gegenteil möglich ist. Eine enge Zusammenarbeit ist aus diesem Grunde unerlässlich. Je nach Symptomenkomplex können verschiedene Gehirnareale synchronisiert werden.

Im Gegensatz zu vielen Meinungen über Neurofeedback, hat das Verfahren wenig mit Kontrolle des eigenen Gehirns zu tun. Kontrolle bedeutet nämlich auch Zwang. Es werden bei Neurofeedback Nervenzellen sozusagen in ihrem Verhalten verändert, so dass sie besser funktionieren können. Ein Problem kann nicht mit Kontrolle gelöst werden, sondern mittels Diminierung der Grundlage für das Problem und in einer materiell- strukturellen Veränderung. Man lernt, sich mit seinem Gehirn anzufreunden und ihm zuzuhören. Und das Gehirn ist ein sehr dankbares Organ.

3 Comments to “Neurofeedback?”

  1. Sorry, Zaliha
    Deine psychologischen Vorstellungen sind eigenartig. Kontrollieren ist kein Zwang, ja hat nicht ‘mal etwas damit zu tun! Kontrollieren besteht in Vergleichen! Bei einer Passkontrolle beispielsweise wird – u.a. – das Aussehen des Passträgers mit dem Passbild verglichen.
    Auch das, was wir mit Selbstkontrolle meinen, hat nichts mit Zwang oder zwingen zu tun, sondern mit Selbststeuerung oder Selbstführung – also Selbstbestimmung!
    Nicht einmal eine Beeinflussung von inneren Impulsen bis hin zu ihrer “Unterdrückung” ist ein Zwang, auch wenn viele sich dazu “zwingen” müssen, wie man im Alltag sagt; gemeint ist umgangssprachlich jedoch nur, dass manche Personen sich dabei besonders anstrengen müssen – zb. weil sie wenig Übung in bewusster Selbststeuerung haben.
    Zu Deinen genauso eigenartigen Vorstellungen vom Verhältnis zwischen Hirn und Hirnträger möchte ich Dir den Beitrag von Geert Keil “Ich und mein Gehirn: Wer steuert wen?” in dem TB empfehlen “Was sollen wir wissen, was sollen wir tun?” (rowohlts enzyklopädie 55704)
    Dann noch kurz die Frage, was mit “Diminierung” gemeint ist. Dieses Wort habe ich noch nicht kennengelernt.

    • miss Z says:

      Lieber Ingo,

      eine passende Antwort fällt mir hier schwer, denn “eigenartig” ist wertend und ich selbst würde nie auf die Idee kommen, dieses Wort bei der Kritik der Ansicht eines Kollegen zu verwenden. Aber egal. Kann es sein, dass Du mit Neurofeedback nichts anfangen kannst? Denn darum geht es in dem post eigentlich und nicht um Begriffshacken.
      Meine “Eigenart” erschliesst mir einen Klientenkreis, die zu meinen Fähigkeiten passt, vielleicht nicht zu denen der Anhänger von klassischen Methoden.
      Diminierung bedeutet soviel wie “Verminderung nach Abzug von bestimmten Parametern”.

  2. “Eigenarten” anzusprechen ist für Dich eine Bewertung? Ich wollte Erstaunen zum Ausdruck bringen und Dich ansonsten auf den mir bekannten Sprachgebrauch hinweisen, aber nicht auf Dich oder Deine Begriffe bzw. Deinen Sprachgebrach “einhacken”; interessant, was Du assoziierst. Wenn ich mich in meinen Sprachkenntnissen täusche, lass es mich bitte wissen.
    Neurofeedback hat einen bestimmten und bekannten Indikationsbereich; für Locked-In-Patienten ist es ein Segen.
    Was “klassische Methoden” für Dich sind, weiss ich auf Anhieb nicht.

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